Parfumherstellung
Erfahren Sie hier einige interessante Informationen ueber die Duefte der Hersteller:
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Die wichtigste Voraussetzung fuer die Herstellung von Parfums ist
die Gewinnung von aetherischen Oelen. Diese Oele sind Duftstoffe ,
welche in Form winziger Oeltropfen in verschiedenen Teilen einer Pflanze eingelagert sind.
Aetherische Oele werden durch die folgenden Herstellungsverfahren gewonnen:
Destillation: [Einleitung]
Destillation, besonderes Reinigungsverfahren, bei dem man eine
Fluessigkeit so lange erhitzt, bis ihre fluechtigen Bestandteile in die Gasphase
uebergehen.Kuehlt man den Dampf dann wieder ab, so erhaelt man die kondensierten
Bestandteile in fluessiger Form. Man bezweckt damit
hauptsaechlich, ein aus mehreren Komponenten bestehendes Gemisch in die Einzelkomponenten
bzw. in Gruppen aufzutrennen.
Bei diesem Prozess nutzt man die unterschiedlichen Fluechtigkeiten der einzelnen
Komponenten (z. B. Trennung der fluechtigen Bestandteile
von den nichtfluechtigen). Bei Verdampfung und Trocknung hat man es gewoehnlich auf die am
wenigsten fluechtige Komponente abgesehen,
der fluechtigere Bestandteil (meist Wasser) wird entfernt. Im Gegensatz dazu ist es Ziel
einer Destillation, den fluechtigeren Bestandteil in reiner
Form zu gewinnen.
Bestehen in der Fluechtigkeit (und damit auch im Siedepunkt) zweier
Komponenten eines Gemisches große Unterschiede, so laesst sich die
Trennung mittels einfacher Destillation leicht bewerkstelligen.
Destillation: [Theorie]
Das einfachste Gemisch besteht aus zwei ineinander loeslichen
Fluessigkeiten z. B. Benzol und Toluol. Die Fluechtigkeit des einen Bestandteiles
wird nicht durch die Anwesenheit des anderen beeinflusst. In diesem Fall liegt der
Siedepunkt der Mischung, die gleiche Anteile an zwei
Fluessigkeiten enthaelt, in der Mitte zwischen den Siedepunkten der reinen Substanzen. Der
Trenngrad, der bei einer einfachen Destillation
erreicht wird, haengt dann nur vom Dampfdruck der einzelnen Fluessigkeiten bei dieser
Siedetemperatur ab. Diese einfache Beziehung wurde
zuerst von dem franzoesischen Chemiker François Marie Raoult (1830-1901) aufgestellt. Sie
wird als Raoultsches Gesetz bezeichnet und trifft
streng genommen eigentlich nur auf ideale Fluessigkeitsgemische zu. Ideal bedeutet in
diesem Fall, dass z. B. die Molekuele des geloesten Stoffes
keine Anziehungskraefte auf die Loesungsmittelmolekuele ausueben.
Destillation: [Wasserdampf]
Die Destillation ist eine haeufig angewendete Methode fuer die Herstellung
qualitativer hochwertiger Oele. Pflanzenteile werden
auf ein Gitter aufgetragen, unter dem sich ein aufheizbarer Wasserbehaelter befindet. Der
aufsteigende Wasserdampf loest die Oele aus den Pflanzenteilen und zieht diese mit nach
oben. Anschliessend laesst man die zu reinigende Fluessigkeit mit dem Wasser kondensieren.
Mit anderen Worten, sie lassen sich auf diese Art bereits bei 100 °C destillieren.
Ist die Fluessigkeit in Wasser praktisch unloeslich, so werden
die beiden Dampfdruecke sich kaum beeinflussen. Zu dem verhaeltnismaessig niedrigen
Dampfdruck der destillierten Fluessigkeit addiert sich
der Dampfdruck des Wasserdampfes, so dass der Atmosphaerendruck leicht erreicht wird.
Dieser Vorgang ist allgemein als Sieden bekannt. In
diesem Fall wird (viel) Wasser und (wenig) hoch siedende Fluessigkeit ueberdestilliert.
Die Wasserdampfdestillation wird beispielsweise zur Ge-
winnung etherischer Oele eingesetzt. Nach der Kondensation koennen die Oele vom Wasser
getrennt werden.
Enfleurage:
Zur Enfleurage werden Blueten auf eine Fettgrundlage gelegt. Dabei gehen aetherische Oele
in das Fett ueber, die im Anschluss
mit Alkohol versetzt extrahiert werden. Diese Methode wird wegen des hohen Aufwands selten
oder gar nicht mehr eingesetzt.
Auspressen:
Pflanzenteile werden gepresst und schliesslich zur Gewinnung der aetherischen Oele
zentrifugiert bzw. gefiltert.
Extraktion:[Kalt]
Extraktion ist ein Verfahren, um eine Substanz aus einer Mischung oder Loesung
(kleingehackte Pflanzenteile) abzutrennen. Man
verwendet dazu ein Loesungsmittel (ueberwiegend Alkohol), in dem die zu extrahierenden
Pflanzenteile mit diesem versetzt werden.
Zuweilen muessen mehrere Extraktionsschritte nacheinander durchgefuehrt werden, bis die
gewuenschte Substanz durch anschliessende
Destillation oder durch Verdampfung des Loesungsmittels und einer Filtrierung isoliert
werden kann.
Im Anschluss bleibt das reine Oel zurueck.
Synthetische Herstellung:
Um 1930 begann man mit der synthetischen Nachempfindung aetherischer Oele. Heute werden
Parfums entweder ausschliesslich
aus synthetischen Rohstoffen hergestellt, oder aber sie enthalten nur ganz geringe Anteile
natuerlicher Oele. Ein Unterschied zu
natuerlichen Oelen ist im Grunde nicht zu erkennen.
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Stand 22. Februar 2004