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Geschichte des Parfum (wann wurde erstmals Parfum verwendet)
Ein Parfum entsteht (allgemein)
Duftfamilie (Gliederung der Damen- und Herrendüfte)
Duftverlauf (Gliederung nach der Kopf-, Herz- und Basisnote)
Duftkonzentration (%-Angaben in den unterschiedlichen Düften)
Parfumherstellung (Schritte der Gewinnung)
Parfumrohstoffe (Rohstoffauswahl)
Duftspirale (Gliederung der Düfte)
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Seit Menschengedenken wurden Parfums zur Körperpflege, zum Heilen
und dort im Rahmen von religiösen Zeremonien eingesetzt.
Beinahe in allen frühen Kulturen waren Salbungen von Würdenträgern unabdingbar:
7000 v. Chr.:
Die frühesten Beweise für die Herstellung von Parfums sind etwa 4000 bis 7000 Jahre alt.
Zu dieser Zeit huldigen Priester in
Mesopotamien mit Düften,
Salben und Räucherharze der Ehrung der Göttern und Salbung der Toten. Etwa zur selben Zeit entdeckte
auch die Oberschicht der Ägypter das
Parfum schon für
die Körperpflege oder zur Therapie vor.
Die Phönizier brachten die duftenden Essenzen nach Asien, Afrika und in den Mittelmeerraum
Die Phönizier brachten die duftenden Essenzen auch nach
Asien, Afrika und in den Mittelmeerraum. Der Ausdruck "Chypre", der
noch heute
in der Parfümbranche gebräuchlich ist, beweist, dass auch Zypern einst in der
Duftkultur eine Rolle spielte. Die Erfindung der Destillation durch die Araber
und Perser machte die
Parfümherstellung wie wir sie heute kennen möglich.
Aromastoffe und Weihrauch wurden erst nur zu medizinischen oder heiligen Zwecken
nach Europa importiert. Venedig und Grasse
in Frankreich entwickelten sich
schließlich zu den wichtigsten Handelszentren fuer Riechstoffe. Nach der
Aufklärung wurden
Duftstoffe auch in Europa immer begehrter.
8. Jahrhundert v. Chr. - 5. Jahrhundert n. Chr.:
Im alten Rom war der Gebrauch von Parfums ein Teil des täglichen Lebens. Es war vor allem
ein Ausdruck exzessiven
Lebensstil.
12. Jahrhundert:
Das Wissen um die Heilkraft der ätherischen Öle wird von den Arabern nach Spanien und
Südfrankreich getragen. Es gelingt
aus Wein konzentrierten Alkohol zu destillieren und eine wesentliche Grundlage
für das
Parfum lag vor.
17. Jahrhundert:
Unter Ludwig XIV, dem Sonnenkönig, erlangte der Parfumverbrauch in Frankreich
große
Beliebtheit.
18. Jahrhundert:
Johann Maria Farina entwickelte sein Eau de Cologne. Einen leichten und frischen Duft, der
im Gegensatz zu den bis dahin
üblichen schweren Parfums steht. In Folge er französischen Revolution ist die Benutzung
von Duftwässern nur kurzzeitig
verpönt gewesen.
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Ein Parfüm entsteht (allgemein)
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten synthetischen Duftstoffe aus Aldehyden hergestellt und Parfüms damit zum Massenprodukt.
Ein Parfum besteht aus pflanzlichen, tierischen aber
auch chemischen Duftstoffen, die in Alkohol gelöst sind. Das Geheimnis der
Mischung ist das Geheimnis des Parfümeure. Ohne diese
hervorragenden "Nasen",
die im Hintergrund die Duftkreationen zaubern, gäbe es den edlen Luxusartikel
nicht.
Neben Blütendüften wie Rosen, Lavendel, Jasmin oder
Maiglöckchen verwendet der Parfümeure auch Gewürze wie Vanille, Thymian,
Rosmarin, Kümmel, Ingwer. Der Orangenbaum ist
ein wahres Eldorado für eine Parfümeure. Seine Blüten ergeben Neroliöl, aus Blättern und Zweigen gewinnt man
Petigrainöl und die Fruchtschalen dienen zur Erzeugung von Orangenöl.
Um den Pflanzen ihre Duftstoffe zu entziehen, können
ihre Blätter oder Blüten mit Wasser aufgekocht werden – die älteste und
einfachste Methode. Um ein Parfum herzustellen, bei dem der
Duft auch lange
erhalten bleiben soll, ist der Aufguss nicht geeignet. Besser ist da schon die
Destillation mit Wasserdampf. Hierbei wird das Material zerkleinert, der heiße
Dampf durchdringt
die Zellen, öffnet sie und die ätherischen Öle können
austreten. Schonender als die Wasserdampfdestillation und daher bevorzugt bei
hitzeempfindlicheren ätherischen Ölen angewandt, ist die
Extraktion mit
Lösungsmitteln. Diese müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit die
Duftstoffe nicht zerstört oder verändert werden. Da mit dieser Extraktion neben
den Duftstoffen
auch Pflanzenwachse gelöst werden, bleibt nach dem Abdampfen des
Lösungsmittels eine salbenartige Masse zurück: Die essence concrete. In einem
weiteren Schritt werden die
Pflanzenwachse mit Hilfe von Alkohol abgetrennt.
Übrig bleibt der Duftstoff in seinem höchsten Reinheitsgrad: Die essence
absolute.
Auch Duftstoffe aus dem Tierreich eignen sich für die
Parfumherstellung: Ambra (Ausscheidung des Pottwals), Castoreum (Geschlechstsekret
des Bibers), Moschus (Geschlechtssekret des
Moschusochsen) und Zibet
(Markierungssekret der Zibetkatze). Diese Duftstoffe riechen in ihrer Reinform
alles andere als betörend. Und so werden sie gewonnen: Ambra findet man
schwimmend auf dem Meer. Als Produkt des Walfangs wird es dem toten Tier
entnommen, muss dann allerdings noch etwa ein Jahr im Meerwasser reifen, ehe man
es zur Parfumherstellung
verwenden kann. Um die Geschlechtssekrete von
Moschusochse und Biber zu entnehmen, müssen die Tiere getötet werden. Das
Markierungssekret der Zibetkatze wird dem Tier lebend
entnommen. Heute müssen
die Tiere nicht mehr gequält oder getötet werden, weil die Duftstoffe
mittlerweile auch im Chemielabor hergestellt werden können.
Genauso werden aber auch viele pflanzliche Duftstoffe
synthetisch hergestellt: Vanillin- und Veilchenduft. Aber auch Rosenölaroma wäre
für die meisten Anwendungen unerschwinglich.
Um ein Kilo Rosenöl herzustellen
werden 5 Tonnen Blüten gebraucht. Ein solches Kilo Rosenöl kostet mehr als 5000
Euro. Ein weiterer unerlässlicher Bestandteil bei der Herstellung von
Parfum
sind die Aldehyde, chemische Verbindungen, die durch den teilweisen
Wasserstoffentzug aus Alkoholen entstehen. Aldehyde können bei uns
verschiedenste Geruchseindrücke
hervorrufen, die natürlichen Düften
nachempfunden sein können, aber auch Duftnoten erzielen, die mit natürlichen
Riechstoffen nicht zu bilden sind.
Synthetische Kunstaromen
Dennoch blieb Parfüm bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein
Luxusartikel. Ab 1910 begannen auch Modedesigner, Parfüms herzustellen, was
bisher den Parfümeure vorbehalten war.
Chanel No.5 war im Jahr 1920 der erste
synthetische Duft.
Nach dem zweiten
Weltkrieg ging es der Parfümindustrie nicht gut.
Die
französische Parfümindustrie wurde immer mehr zum Geschäft der Modedesigner,
während in Deutschland preiswertere Eaux hergestellt wurden.
Seit den 60er
Jahren gibt es bereits so viele Parfüms, dass nicht mehr der Duft über Erfolg
oder Misserfolg einer neuen Kreation entscheidet, sondern nur
noch das
Marketing, das Branding
eines neuen Duftes. Daran hat sich bis heute nichts
geändert.
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Anhand der Inhaltsstoffe werden Parfums in Duftfamilien
eingeordnet. Im Damen- als auch im Herrenbereich werden drei
Kategorien unterschieden, diese sind abermals unterteilt.
Damendüfte
Blumig:
Die Hälfte der Marken bei den Damendüften zählen zur "Duft-Familie" blumig,
bei der Blütenessenzen
deutlich charakterprägend für den Duft sind.
Orientalisch:
Die orientalisch Parfums erinnern an den Orient. Sie vermitteln einen Eindruck von Schwere
und Süße. Sie bestehen aus warmen
und sinnlichen
Noten wie bspw. Moschus, Vanille und edle Hölzer mit exotischen Blüten,
Gewürzen und
Essenzen.
(Prada Prada 2004, Laura Biagiotti Roma 2004)
Zitrus:
Zitrus-Parfums zeichnen sich durch spritzige Noten von Zitrusfrüchten aus. Zu
der Zitrus-Familie zählen alle 'Eau Fraiches'
Chypre:
François Coty entwickelte 1917 auf der Grundlage einer zypriotischen
Flechtenart eine neue Zusammenstellung von Duftstoffen und erschuf damit die
Duftkategorie Chypre – ein
Sammelbegriff für eine Gruppe von Parfums, die ihren
Charakter durch das Zusammenwirken einer frischen Kopfnote mit einem Fond
erhalten, der als wesentliche Elemente
Eichenmoos, Labdanum und Patchouli
enthält. Viele warme, erogene, sinnliche Parfums gehören zur Familie der Chyprenoten.
Diesen Namen "Chypre" hat François Coty nach der
Insel im Mittelmeer benannt.
(Chanel Cuir de Russie 1924, Calvin Klein Euphoria 2005)
Herrendüfte
Fougére:
Dieses ist der Fachbegriff, der einen vom Zusammenspiel aus Lavendel in der Kopfnote und
Eichenmoos im Fond geprägten
Herrenduft beschreibt. (Hugo Boss Boss in Motion 2002, Davidoff Cool Water Deep
2004)
Holzig:
Holzige
Herrenparfüms zeichnen sich durch eine dominante holzige Note wie bspw. Vetiver,
Sandelholz oder Patchouli aus. Diese Mischungen werden der
warmen Duftrichtung zugeordnet. Die erdige Richtung wird durch den eher herben
Düften aus dem Zedernholz vorgegeben. (Davidoff Echo 2003)
Orientalisch:
Die orientalischen Herrendüfte sind oft edle, schwere und süßen Damenparfums nachempfunden
und werden um die
Komponenten "maskulin" ergänzt. Schwerpunkt der exotischen Gewürze
sind Vanille und Zimt.
Zitrus:
Zitrus -Herrenparfüms sind eine Kombination aus frischen Zitrusdüften wie
Bergamotte und Orange und aromatischen, holzigen und würzigen Düften.
Chypre:
Das weibliche Pendant sind auch die Chypre -Düfte für den Mann geprägt vom Einklang
einer frischen Kopfnote mit
einem von Eichenmoos, Labdanum und Patchouli bestimmten Fond.
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Zur
Kreation eines Parfüms stehen dem Parfümeure über 3.000 natürliche,
naturidentische und künstliche Duftstoffe zur Verfügung.
Die Kunst des Parfümeure besteht darin, diese unterschiedlichen Düfte zu einem
'Gesamtkunstwerk' zu kombinieren, das gewissen Regeln der
Parfümkunst folgt.
Die Essenzen eines Parfums verflüchtigen sich unterschiedlich. Man
nimmt zunächst die schnell flüchtigen Duftstoffe eines
Duftes wahr, während die schweren Öle erst später
wahrgenommen werden. Die
zeitabhängigen Differenzen in der Wahrnehmung eines
Duftes wird
als ein Verlauf bezeichnet. Dieser wird in die nachfolgenden
Abschnitte untergliedert, die mitunter
fließend ineinander übergehen:
Ein Parfüm besteht aus verschiedenen 'Ebenen', die jeweils unterschiedliche
Eigenschaften haben und die zu unterschiedlichen
Zeitpunkten wahrgenommen werden
Kopfnote:
Die Kopfnote ist ausschlaggebend für den ersten Eindruck eines Parfums, den man nach dem
Öffnen des Flakons und ersten
Auftragen wahrnimmt. Sie enthält die schnellflüchtigen (15 Minuten) Duftöle, wie
"Zitrusnoten", die einem Duft seinen frischen
Ausdruck
verleihen.
Herznote:
Die Herznote bildet den zweiten Abschnitt des Duftverlaufs. Diese ist nach dem Abklingen
der Kopfnote zu erkennen und wird
vorwiegend von blumigen, würzigen oder holzigen Komponenten geprägt. Die Herznote ist
für den eigentlichen Charakter
des Parfums entscheidend.
Basisnote:
Die Basisnote wird auch -Fond- eines Duftes bezeichnet. Sie enthält die
Langanhaftenden
Bestandteile wie z.B. Balsame,
animalische Substanzen und Balsame, die man noch viele Stunden nach dem Auftragen eines
Duftes wahrnehmen kann.
(In orientalischen Parfums ist der -Fond- so stark betont, dass er bereits beim ersten
Auftragen typprägend wirken kann.)
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DIE MISCHUNG MACHT ES
Die verschiedenen Düfte
reiht der Parfümeure üblicherweise in mehreren Reihen übereinander auf, so dass
die kleinen Fläschchen
und Flakons
wie die Pfeifen einer Orgel aussehen. Und genau so bedient der Parfümeure seine
Duftorgel auch: Hier zieht hier ein
Duftregister, setzt dort einen
blumigen Akkord, lässt hier einen aromatischen Ton anklingen und setzt dort
einen würzigen Akzent
bis alle Duftstoffe ein harmonisches
Ganzes - das Parfüm - ergeben.
Ist die Komposition gefunden, wird sie mit Industriealkohol verdünnt. Je nach Art der Verdünnung unterscheidet man in:
Parfum
Am intensivsten im Geruch, da am Konzentriertesten. Es wird in Flakons von 7
oder 15 ml angeboten. Der Anteil an Duftkonzentrat liegt bei 20-30%.
(gelöst in 95% igem Alkohol)
Eau de Parfum
Auch Esprit de Parfum oder Parfum de Toilette genannt ist weniger stark
konzentriert als Parfüm, der Duftölanteil beträgt 15-25%.
(gelöst in 85% igem Alkohol)
Eau de Toilette
Der Duftölanteil beträgt nur 10-20%, bei den Herrendüften sogar nur
6-12%.
(gelöst in 80% igem Alkohol)
Eau de Soir, Eau Dynamisante
Nicht mehr als ein "Duftwässerchen", 4-8 %.
(gelöst in 70% igem Alkohol)
After Shave
Enthält maximal 6% Duftölanteil und
ist zusätzlich
mit adstringierende und pflegende Substanzen angereichert.
(gelöst in 65% igem Alkohol)
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Die wichtigste Voraussetzung für die Herstellung von Parfums ist
die Gewinnung von ätherischen Ölen. Diese Öle sind Duftstoffe ,
welche in Form winziger Öltropfen in verschiedenen Teilen einer Pflanze eingelagert sind.
Ätherische Öle werden durch die folgenden Herstellungsverfahren gewonnen:
Auspressen:
Pflanzenteile werden gepresst und schließlich zur Gewinnung der ätherischen Öle
zentrifugiert bzw. gefiltert.
Destillation: [Einleitung]
Destillation, besonderes Reinigungsverfahren, bei dem man eine
Flüssigkeit so lange erhitzt, bis ihre flüchtigen Bestandteile in die Gasphase
übergehen.
Kühlt man den Dampf dann wieder ab, so erhält man die kondensierten
Bestandteile in flüssiger Form. Man bezweckt damit
hauptsächlich, ein aus mehreren Komponenten bestehendes Gemisch in die Einzelkomponenten
bzw. in Gruppen aufzutrennen.
Bei diesem Prozess nutzt man die unterschiedlichen Flüchtigkeiten der einzelnen
Komponenten (z. B. Trennung der flüchtigen
Bestandteile
von den nichtflüchtigen). Bei Verdampfung und Trocknung hat man es gewöhnlich auf die am
wenigsten flüchtige
Komponente abgesehen,
der flüchtigere Bestandteil (meist Wasser) wird entfernt. Im Gegensatz dazu ist es Ziel
einer Destillation,
den flüchtigeren Bestandteil in reiner
Form zu gewinnen.
Bestehen in der Flüchtigkeit (und damit auch im Siedepunkt) zweier
Komponenten eines Gemisches große Unterschiede, so lässt sich
die
Trennung mittels einfacher Destillation leicht bewerkstelligen.
Destillation: [Theorie]
Das einfachste Gemisch besteht aus zwei ineinander löslichen
Flüssigkeiten z. B. Benzol und Toluol. Die Flüchtigkeit des einen
Bestandteiles
wird nicht durch die Anwesenheit des anderen beeinflusst. In diesem Fall liegt der
Siedepunkt der Mischung, die gleiche
Anteile an zwei Flüssigkeiten enthält, in der Mitte zwischen den Siedepunkten der reinen Substanzen. Der
Trenngrad, der bei einer
einfachen Destillation
erreicht wird, hängt dann nur vom Dampfdruck der einzelnen Flüssigkeiten bei dieser
Siedetemperatur ab.
Diese einfache Beziehung wurde
zuerst von dem französischen Chemiker François Marie Raoult (1830-1901) aufgestellt. Sie
wird als
Raoultsches Gesetz bezeichnet und trifft
streng genommen eigentlich nur auf ideale Flüssigkeitsgemische zu. Ideal bedeutet in
diesem
Fall, dass z. B. die Moleküle des gelösten Stoffes
keine Anziehungskräfte auf die Lösungsmittelmoleküle ausüben.
Destillation: [Wasserdampf]
Die Destillation ist eine häufig angewendete Methode für die Herstellung
qualitativer hochwertiger Öle. Pflanzenteile werden
auf ein Gitter aufgetragen, unter dem sich ein laufheizbarer Wasserbehälter befindet. Der
aufsteigende Wasserdampf löst die Öle aus
den Pflanzenteilen und zieht diese mit nach
oben. Anschließend lässt man die zu reinigende Flüssigkeit mit dem Wasser kondensieren.
Mit anderen Worten, sie lassen sich auf diese Art bereits bei 100 °C destillieren.
Ist die Flüssigkeit in Wasser praktisch unlöslich, so werden
die beiden Dampfdrücke sich kaum beeinflussen. Zu dem verhältnismäßig niedrigen
Dampfdruck der destillierten Flüssigkeit addiert
sich
der Dampfdruck des Wasserdampfes, so dass der Atmosphärendruck leicht erreicht wird.
Dieser Vorgang ist allgemein als Sieden
bekannt. In
diesem Fall wird (viel) Wasser und (wenig) hoch siedende Flüssigkeit
überdestilliert.
Die Wasserdampfdestillation wird
beispielsweise zur Gewinnung etherischer Öle eingesetzt. Nach der Kondensation
können die Öle vom Wasser
getrennt werden.
Expression:
Für die Expression werden Schalen von Früchten gelöchert und anschließend
ausgepresst. Um die wasserhaltigen von den Duftölen zu trennen
werden sie durch feuchte Papiere
gefiltert. Expression eignet sich nur für
Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen oder Pampelmusen.
Enfleurage:
Zur Enfleurage werden Blüten auf eine Fettgrundlage gelegt. Dabei gehen
ätherische Öle
in das Fett über, die im Anschluss
mit Alkohol versetzt extrahiert werden. Diese Methode wird wegen des hohen Aufwands selten
oder gar nicht mehr eingesetzt.
Extraktion: [Kalt]
Extraktion ist ein Verfahren, um eine Substanz aus einer Mischung oder Lösung
(klein gehackte Pflanzenteile) abzutrennen. Man
verwendet dazu ein Lösungsmittel (überwiegend Alkohol), in dem die zu extrahierenden
Pflanzenteile mit diesem versetzt werden.
Zuweilen müssen mehrere Extraktionsschritte nacheinander durchgeführt werden, bis die
gewünschte Substanz durch anschließende
Destillation oder durch Verdampfung des Lösungsmittels und einer Filtrierung isoliert
werden kann.
Im Anschluss bleibt das reine Öl zurück.
Molekülsynthese
Bei der Molekülsynthese werden die Moleküle der Duftstoffe auf künstlichem Weg
chemisch 'nachgebaut'. Das Ergebnis ist ein naturidentischer
Duftsstoff.
Nature
Print ®
Beim Nature Print ® werden Duftstoffe mittels Chromatographie sowie der
Sprektographie von Massen analysiert und anschließend
künstlich
hergestellt.
Softact®
Bei der Softact ®-Methode, die von der Firma Firmenich entwickelt worden ist,
wird CO2 derart unter Druck gesetzt, dass es sich
verflüssigt. Dabei nimmt das
CO2 die Eigenschaften eines Lösungsmittels an womit man Düfte gewinnen kann, die
nicht flüchtig sind.
Dazu gehören die Gewürze und generell trockene Rohstoffe,
die mit traditionellen Methoden nicht zu bearbeiten sind. Verringert man
den
Druck wieder, geht das CO2 wieder in seinen gasförmigen Zustand und hinterlässt
den reinen Duftstoff.
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Heutzutage kann der
Parfümeure aus über 30.000 verschiedenen Rohstoffen auswählen, um ein
Parfüm zu komponieren. Um die Einteilung zu erleichtern unterteilt man die
Parfüm -Rohstoffe jedoch in verschiedene Produktgruppen, deren Angehörige in
ihren Eigenschaften jeweils ähnlich sind.
Ambranoten sind sinnlich, weich und lieblich. Ambra wurde früher aus den Ausscheidungen des Pottwals gewonnen, wird aber heute meistens künstlich hergestellt.
Aromatisch wird ein Parfum durch Lavendel, Rosmarin und Armoise. Aromatische Duftstoffe werden fast ausschließlich in Männerdüften verwendet. Sie ergeben eine energische Note.
Blumig
bezeichnet man alle Duftstoffe, die aus Blumen gewonnen werden. Diese können
unterschiedlich im Charakter sein und werden hauptsächlich in
Damenparfums verwendet.
Hierbei steht
der Duft einer einzelnen Blume oder der Duft eines Blumenbouquets im Vordergrund.
(Christian Dior Fahrenheit 1988)
Fruchtig Diese Typische
Komponente der fruchtigen Noten sind exotische Obstsorten wie Neroli, Papaya
oder Melone.
Sie sollen frische Gute-Laune-Düfte
für den Sommer liefern. (Benetton Tribù 1993, Ralph Lauren Ralph 2000, Britney
Spears
Fantasy 2005).
Floral Diese Duftfamilie
lässt sich am besten als blumig, herb- Süß beschreiben. Sie bilden die
größte Gruppe der Damendüfte.
Zu ihrer Herstellung
werden unter anderem Jasmin und Maiglöckchen verwendet. Typisch sind aber auch
Viola oder Freesie. (Christian Dior Fahrenheit 1988)
Floriental Die florientale
Duftfamilie verbindet die Leichtigkeit der floralen Parfums mit der Schwere der
exotischen orientalischen Familie. Der Charakter dieser
Düfte wird durch holzige oder würzige Noten verlängert. (Chanel Allure 1996,
Bulgari BLV 2000, J.P. Gautier Gautier 2005)
Gruen
gibt dem Parfüm eine jugendliche, frische und natürliche Note. Grüne Noten sind
erst seit Mitte des 20. Jh. in Mode und stammen häufig vom natürlichen Galbanum,
Maiglöckchen und Apfel ab und wirken leicht kühl. Zusätzlich werden naturidente Zutaten eingesetzt, die etwa an den Geruch
einer frisch gemähten Wiese erinnern soll.
(Calvin Klein Truth 2000, Sisley
Eau de Campagne 1976, Estée Lauder Alliage 1972)
Hesperide
werden aus den Fruchtschalen von Zitrusfrüchten gewonnen. Diese frischen und
tonischen Zitrus-Noten werden gewöhnlich in Eau de Cologne und Eau Fraîche
eingesetzt.
(Echt
Kölnisch Wasser 4711 1792, Calvin Klein One 1994, Tommy Hilfinger Jeans
2003)
Krautig wird aus Kräutern wie Basilikum, Minze, Oregano usw. gewonnen. Diese Düfte werden hauptsächlich in Männerparfüms eingesetzt.
Tierische Duftsstoffe
wie Castoreum (Geschlechstsekret des Bibers), Moschus (Geschlechtssekret des
Moschusochsen) und Zibet
(Markierungssekret der Zibetkatze) werden aufgrund
ihrer betörenden Eigenschaften geschätzt. Sie dienen außerdem in der
Herznote
des Parfüms als Bindemittel für andere Düfte.
Würzige Duftstoffe
werden aus Gewürzen wie bspw. Zimt und Nelken gewonnen. Sie geben den Parfüms
Persönlichkeit, Wärme
und Relief.
Zitrus oder auch Hesperiden
genannt, haben einen leichten, anregenden Charakter. In diese Gruppe der
frischen Zitrusdüfte gehören auch die
Orange, Limone, Grapefruit oder
Bergamotte. (Echt Kölnisch Wasser 4711
1792, Calvin Klein One 1994,
Tommy Hilfinger Jeans 2003)
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Stand 14. September 2010